Die Tour der Rennradfrauen Rosenheim #TdRFR

Was macht man zu Zeiten Coronas, wenn man nur allein Radfahren darf? Die Facebook-Gruppe der Rennradfrauen Rosenheim hatte sich folgendes dazu überlegt: Eine Tour über sechs Etappen. Jede Etappe war eine empfehlenswerte Strecke eines ortskundigen Gruppenmitglieds und sollte von jeder Teilnehmerin im Zeitraum von einer Woche gefahren werden. Planmäßig war die Tour der Rennradfrauen Rosenheim damit nach sechs Wochen abgeschlossen.

Dabei waren die einzelnen Etappen nicht von Anfang an bekannt: immer Mittwochs gab es die aktuelle Etappe als GPX-Datei in der Facebook-Gruppe und auch in der Strava-Gruppe zum Download. Das war jede Woche eine kleine Überraschung. Nach den ersten zwei Etappen wurde der Mittwoch und damit die neue Etappe schon mit Freude und Spannung erwartet. Kurz, lang, hügelig, flach, wohin gehts, kenne ich schon Streckenabschnitte?

Um das Ganze im Sinne der Gemeinschaft und Gruppe zu visualisieren, gabs zu jeder Etappe eine kleine Foto-Aufgabe.

Die sechs Etappen der #TdRFR

#TdRFR Etappe 1

Foto-Aufgabe: macht ein Foto der „Gräfin Marie Wilding-Straße“


#TdRFR Etappe 2

Macht ein Foto vom wohl schönsten und höchsten Aussichtspunkt der Tour…natürlich mit Bild vom „Passschild“ als Beweis


#TdRFR Etappe 3

Foto-Aufgabe: Schnitzeljagdfotoplatz: Findet Radl!


#TdRFR Etappe 4

Foto-Aufgabe: Macht ein Foto der letzten „Rampe mit Baum“ (die Etappe hatte reichlich Rampen…)


#TdRFR Etappe 5

Foto-Aufgabe: Macht ein Foto von euch und eurem Rad an der nördlichsten Weg-Bank


#TdRFR Etappe 6

Foto-Aufgabe: Macht Fotos von den schönsten Streckenabschnitten

#RennradFrauenROveresting 2020

Das Everesting beschreibt eine Aktion, die Höhenmeter des Mount Everest an einem Tag mit dem (Renn)Rad zu erklettern. Für gewöhnlich sucht man sich dazu einen Berg, den man dann so lange hoch und runter fährt, bis man 8848 Höhenmeter erreicht hat.

RO ist das Autokennzeichen für Rosenheim – und so einfach setzt sich #RennradFrauenROveresting auch schon zusammen.

Da die Gruppe der Rennradfrauen Rosenheim aus ambitionierten Hobbyfahrerinnen besteht (aber nicht aus extrem hardcore Damen) war die Idee des Team-Everestings geboren. Wir wählten einen Tag, an welchem jede Teilnehmerin mit voriger Angabe ihrer (geplanten) Höhenmeter, ihre Tour fuhr. Da die Auswahl an Höhenmetern/Bergen im Landkreis Rosenheim ohne Grenzübertritt doch recht eingeschränkt war, kreuzen sich unsere Touren zwangsläufig. Sehr hoch im Kurs stand der Irschenberg, das Mühltal, der Samerberg und das Sudelfeld – die Klassiker im Rosenheimer Voralpenland.

Mit dem richtigen Timing erkannten/trafen wir uns sogar auf der Strecke und konnten uns wenigstens „Hallo“ sagen, wenn wir schon nicht zusammen fahren durften. Trotzdem war die Motivation unerwartet groß und es machte riesig Spass.

Zusammen haben wir an diesem Tag den Mount Everest fast zweimal geknackt – jede für sich und trotzdem zusammen. Eine tolle Aktion!

Subcompact Kettenblätter von absoluteBlack

Kompakt-Kurbel mit 34/34 oder geht’s noch besser?

In hügeligen Gegenden mit dem Rennrad fahren anzufangen ist sicherlich nicht die beste Idee für jemanden, der gut sechs Jahre kaum bis gar keinen Sport gemacht hat. Keinerlei Muskeln, noch weniger Kraft und dann die Rennrad-Übersetzungen, bei welchen sogar Trainierte bei großen Steigungen ins Straucheln kommen.

Meine erste Unternehmung, die Übersetzung meines Rennrads bergtauglicher zu machen, war eine Kassette mit 11-34 Zähnen zu montieren. Eigentlich ist das Ultegra R-8000 Schaltwerk nur bis 32 Zähne ausgelegt, aber dank der Shimano-Toleranz klappt das wunderbar, so dass ich mit meiner Kompaktkurbel (34/50) nun auf eine 1:1-Übersetzung kam, also 34 Zähne an der Kurbel und 34 Zähne an der Kassette. In jedem Fall eine tolle Verbesserung und Erleichterung am Berg, wenn man zwei Gänge mehr nach unten hat.

Subcompact Ovals von absoluteBlack

Nach weiteren Niederlagen am Berg – das heißt absteigen ab 15 % Steigung – war ich es leid und machte mich schlau(er). Überall hieß es nur, mit dem 110er Lochkreis hat das kleinste Kettenblatt eben 34 Zähne, weniger ist nicht drin. Mit anderen Kurbeln ändert sich die Kettenlinie, was einen anderen Umwerfer erfordert. Dann gäbe es noch die 3 x 9-fach Schaltungen (Shimano Sora), wobei hier dann aber die komplette Schaltung umgebaut werden müsste.

Dann fand ich die ovalen Kettenblätter von absoluteBlack, die mittels spezieller Adapterschrauben mit der Ultegra R-8000-Schaltung kompatibel sind. Das Geniale: die Kettenblätter können auch weniger als 34 Zähne haben, nämlich 32 oder sogar nur 30 Zähne. Noch dazu sind es Ovals, was die Kraftübertragung und Leistung auf dem Rad verbessern soll. Ich war gespannt.

Nach der wirklich einfachen Montage der beiden Kettenblätter (30/46 Zähne) fühlte sich die erste Testfahrt mit den Ovals an wie auf Eiern. Wackelig und mit Unwucht – der Ovals-Effekt eben.
Nach der zweiten Testfahrt – an die Unwucht gewöhnt man sich schnell – kam das 30er Kettenblatt dann voll zum Einsatz: eine unerwartete 21 % Rampe tat sich vor mir auf, und was soll ich sagen: Absteigen musste ich jedenfalls nicht! Wobei das Tempo mit ca. 4 km/h schon ziemlich langsam ist und die Balance gehalten werden will!

Wer bei Shimano bzw. rund und nicht oval bleiben möchte, für den wäre vielleicht auch die Shimano-Gravel-Reihe mit den GRX-Komponenten einen Blick wert. Die GRX600 Kurbel mit 30/46 Zähnen soll angeblich auch fürs Rennrad passen, allerdings braucht man dazu noch einen GRX-Umwerfer, da sich die Kettenlinie verändert. Die GRX400 Gruppe mit 2×10-fach könnte sogar eine noch bessere Übersetzung, nämlich 30 Zähne Kettenblatt und 36 Zähne Kassette. Das ist dann allerdings Tiagra-Niveau und weit entfernt von meiner Ultegra.

Fazit zu den subcompact Kettenblättern von absoluteBlack

Zwei Gänge mehr nach unten sind zwei Gänge weniger nach oben. Die fehlenden Gänge also 50/11 bzw. 50/13 fahre ich viel zu selten und auch zu kurz, als dass sie mir ernsthaft fehlen würden.
Ich möchte die Ovals zum Einen wegen dem 30er Kettenblatt (und damit eine 30/34-Übersetzung) und zum Anderen wegen der ovalen Form nicht mehr missen!

20 % Steigungen sind für mich jetzt fahrbar und es macht einen riesen Spass!

Luftlose Rennrad-Reifen von Tannus

Luftlose Rennrad-Reifen von Tannus

Nach knapp 6000 km stand der Wechsel meiner Rennrad-Reifen (Mäntel und Schläuche) an. Die bisherigen Continental Grand Prix 4000 S II hatten sich gut bewährt, trotz reichlich Schotterwegen und teilweise scharfen Bordsteinkanten hatte ich nicht einen einzigen Platten. Was mich störte war, dass sich der Reifendruck wöchentlich um ca. ein Bar verringerte, was aber sicherlich nicht den Mänteln geschuldet war.

Zufällig stolperte ich über luftlose und schlauchlose Rennrad-Reifen von Tannus. Die Reifen hatten mich direkt überzeugt und ich habe mir einen Satz gekauft.

Zugegeben, die Montage braucht kräftige Hände! Vier Hände empfehle ich (als Frau) auf jeden Fall! Für einen Reifen brauchte ich eine Stunde – und das Ganze zweimal – meine Hände haben noch zwei Tage lang geschmerzt! Aber was tut man nicht alles für wartungsfreie Reifen?

  • Keine Gefahr sich einen Platten zu fahren
  • Kein Druckverlust bzw. kein Messen mehr nötig
  • Kein Reserve-Reifen, Reifenheber und Pumpe mehr bei jeder Fahrt mitführen

Ins Gewicht fallen die Reifen kaum – trotz Vollmaterial. Ein Reifen wiegt laut Hersteller 430 Gramm. Nach der Montage wog mein vorderes Laufrad genau 1177 Gramm und damit 107 Gramm mehr, als mit Schlauch und Mantel. Zieht man nun den Reserve-Schlauch, Reifenheber und Luftpumpe ab, entsteht im schlechtesten Fall eine Gewichtssteigerung im 100-Gramm-Bereich auf das ganze Rad gesehen.

Jetzt mussten sie sich nur noch bewähren…

Die roten luftlosen Rennrad-Reifen von Tannus passen perfekt zum Canyon-Rot des Rennrads.

Nach der ersten Ausfahrt war ich noch unentschlossen. Ich war zuvor eine ganze Woche nicht gefahren und hatte während der Fahrt gefühlt aus jeder Richtung Gegenwind, was sich auch bei den folgenden Ausfahrten nicht änderte. Doch dann wurde schon recht bald klar, dass es nicht nur am Wind lag, dass sich mein Schnitt so verschlechtert hatte.

Fazit

Die Reifen überzeugen mit gutem Grip, das mulmige Gefühl sich einen Platten zu fahren, wenn man über Schotter oder Kies fährt weicht völliger Sorglosigkeit. Auch genial: Einfach aufs Rad steigen und losfahren, ohne vorher den Luftdruck kontrollieren zu müssen. Also diese Faktoren sprechen auf jeden Fall FÜR die Reifen.

Selbst der hohe Rollwiderstand – die Reifen kleben gefühlt auf der Straße fest – und die 2-3 km/h, die man damit langsamer fährt könnte man vielleicht in Kauf nehmen.

Das K.O.-Kriterium ist allerdings der fehlende Komfort. Das Vollmaterial gibt kein Stück nach. Jegliche Unregelmäßigkeiten der Straße gehen 1:1 in die Gelenke über. Rauher Asphalt, Risse oder Flicken und daraus resultierende Vibrationen bescherten mir nach einer 50-km Ausfahrt schon bald schmerzende Gelenke und zwar überall: Finger, Hände, Ellbogen, Schultern, Nacken, Lendenwirbel-Bereich… Da sieht man erst einmal, wie viel Luft-Reifen absorbieren.

Vielleicht sind meine Gelenke etwas überempfindlich – das wäre nicht neu – aber eines steht fest: Ein Hobby sollte Freude bereiten und nicht in Schmerzen resultieren.

Schade – es wäre wirklich zu schön gewesen. Vor diesem Hintergrund war es unumgänglich, die Tannus-Reifen nach gut 200 km wieder durch Luft-Reifen zu ersetzen.

Der Rennrad-Sattel 612 Ergowave active von SQLab im Test

Der Rennrad-Sattel 612 Ergowave active von SQLab im Test

Noch zu Beginn meiner Rennrad-Ausfahrten war das Thema Sattel/Hose/Hintern gar kein Thema. Als sich die Touren dann auf zwei Stunden oder länger ausdehnten, wurde es aber ganz schnell ein unangenehmes Problem.

Dabei hatte ich bereits einen Sattel von SQLab, einen 610 in Größe 15. Es waren also weniger Probleme hinsichtlich Taubheit oder Druck im Dammbereich, sondern viel mehr im Übergangsbereich von Hintern zu Oberschenkel, sowie die starke/punktuelle Belastung der Sitzknochen auf längere Dauer. Und als kleineres Übel rutschte ich auf dem Sattel immer nach vorne.

Nachdem zahlreiche Hosen/Polster namhafter Hersteller erfolglos getestet waren, ging es zum Bikefitting. Ich lies mich erst einmal richtig aufs Rad setzen und kaufte mir einen reinen Rennrad-Sattel, den 612 Ergowave active von SQLab in Größe 14. Er brachte in jedem Fall Besserung was das Sitzen selbst, und das nach vorne Rutschen betrifft. Dieser eine Zentimeter und die sportliche Form waren schon um einiges angenehmer auf dem Rennrad.

Die schnittel Form des 612 Ergowave active von SQLab macht sich auf dem Rennrad super

Mit einer Bibshort von Castelli – für meinen Hintern die besten Polster – und Sitzcreme, schaffte ich drei Monate nach dem Bikefitting zum ersten Mal die 100 km am Stück zu fahren und zumindest die Schmerzen zu ertragen. So richtig Spass machte die Aussicht aber nicht, die im Folgejahr geplante Mehrtages-Tour zu Gardasee mit diesem Sattel zu fahren. Einmal an einem Tag 100 km ja, aber nicht drei Tage hintereinander.

Mein Fazit: Man liest fast nur Gutes über diesen Sattel, und ich muss auch sagen, dieser war nach einigen anderen Sätteln der Beste bis dahin. Viele empfinden den 612 Ergowave active als den Traum-Sattel schlechthin und wollen ihn nicht mehr hergeben.

Für mich ist er leider auch nach sechs Monaten Eingewöhnung zu hart. Wenn ich nach zwei Wochen Rennrad-Pause erst wieder Hintern-Gewöhnungs-Fahrten machen muss, dann nimmt mir das die Freude beim Fahren. Glücklicherweise endete die Suche nach DEM Sattel schon kurze Zeit später mit dem genialen und einzigartigen Infinity Bike Seat.